Donnerstag, 27. April 2017

Eine unendliche Geschichte

Jeder Funkamateur hat eins, nur draußen in der Natur braucht es keins. Ein lästiges Zubehör, schrötig aber nötig, und oft sogar störend. Ein Teil, für das man nur ungern Geld ausgibt und das im Shack ein Schattendasein fristet.
Das Netzteil. 13.8 Volt und jede Menge Amperes.

Früher waren die Dinger groß und schwer. Heutzutage sind sie klein und leicht. Dafür haben viele dieser Schaltnetzteile einen zusätzlichen Knopf erhalten. Mit dem kann man die Störung verschieben, wenn sie auf der Frequenz auftaucht, auf der man gerade funken will. Denn stören tun die meisten und es ist weitaus billiger, ein Poti einzubauen als eine ordentliche Entstörung.
Denn kosten darf das lästige Teil möglichst wenig.

Doch diese Sicht kann ins Auge gehen.
In meinem Funkerleben sind schon drei Netzteile gestorben. Eines still und leise. Zwei mit Überspannung im Todeskampf. Das kostete einen Transceiver und einen kleinen Bleiakku das Leben.

Kaum auszudenken, wenn mein aktuelles Netzteil den Geist mit Überspannung aushauchen würde:
Zwei Transceiver und jede Menge Zubehör als Kollateralschaden?

Vielleicht ist in diesem Fall "Geiz ist geil" keine so gute Idee. Vielleicht sollte man nicht nur auf das CE-Zeichen (China Export) achten, sondern darauf:
dass das Teil gegen Überspannung, Überlastung und zu hohe Temperatur abgesichert ist. Und wenn wir schon dabei sind: nicht nur einen Noise-Shift hat, sondern gar keinen Noise produziert.
Doch das ist noch nicht alles: idealerweise sollte so ein Netzteil den OM überleben.
Nichts ist so nervig wie ein früher Exitus, auch wenn er ohne Krach, still und leise erfolgt.

Die Lebensdauer eines Netzteils wird wesentlich von einer Sorte Bauteile bestimmt: den Elkos. Sind sie von schlechter Qualität und starker Erwärmung ausgesetzt, ist ihre Lebensdauer kurz.
Ein Blick unter die Haube bringt Klarheit: sind nur No-Name oder gar Fake-Name 85Grad Elkos verbaut oder Markenelkos mit 105Grad Spezifikation?

Die Bastler unter den Funkamateuren greifen immer mehr zu ausrangierten Netzteilen aus der IT-Branche. Diese Server-Netzteile erfüllen die meisten der oben genannten Bedingungen und sind trotz ihrer Kompaktheit von hoher Qualität.

Kürzlich haben einige meiner Funkfreunde und ich solche Teile gekauft und ausprobiert:


Die NT sind günstig und liefern neben 12V häufig noch andere Spannungen wie z.B. 5V. Die beiden oben im Bild schaffen 82A bei 12V. Mehr als genug für die meisten OM.
Tricks wie man die Spannung erhöhen kann, findet man im Web zuhauf. Denn die Server-Netzteile sind auch bei den RC Hobbyisten beliebt, um ihre dicken Akkus schnell aufzuladen.

Wir haben eine Weile mit unseren Netzteilen rum gespielt (DPS-800GB A). Interessanterweise haben wir nicht alle die gleichen Ausführungen erhalten. Die Spezifikationen und Anschlussbelegungen sind zwar gleich, doch im Innern treten die Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern deutlich zu Tage. Auch bei der Leistungsaufnahme im Leerlauf gibt es deutliche Unterschiede. Hier die beiden Typen, die wir erhalten haben:



Das von China TSE (oben) ist eindeutig moderner und nimmt im Leerlauf weniger Leistung auf. Auch lässt es sich leicht auf 13.8V oder mehr einstellen, während beim anderen (unten) bei 13.5V Schluss ist.

Beide sind aber gut geeignet, den Shack mit Energie zu versorgen. Es gibt allerdings zwei Wermutstropfen:

1. Auch diese NT kommen nicht ganz ohne zusätzliche Entstörmaßnahmen aus

2. Die beiden Lüfter sind richtige Heuler.

Der letzte Punkt führte zu einer Reihe von Experimenten mit neuen Low-Noise Lüftern:




Und schließlich forderten die Experimente auch ein erstes Opfer. Hier die Autopsie des unglücklichen Probanden:


   Wie der Titel bereits antönt: hier ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Fortsetzung folgt.

Mit besonderem Dank an Hansjörg HB9EWH, der den Hauptteil unserer "Erkundungsarbeit" geleistet hat.









 

Sonntag, 23. April 2017

Stromausfall in den USA wegen Sonnensturm?



Wenn ein mächtiger Sonnensturm wie 1859 die Erde treffen würde, wäre es vorbei mit der ganzen elektronischen Herrlichkeit. Der Strom wäre weg und das Internet tot. Die Bankkarten wären wertloses Plastik - nur Bares wäre Wahres. Auch der Aether wäre danach wie ausgestorben. 

In den letzten Tagen war die Sonne wieder "wütend" und hat ihre Fackeln gegen die Erde geschleudert. Die Funkamateure haben dies weltweit zu spüren bekommen. Freuen tun sich nur die Anhänger der langen Wellen: im Nachgang zu Sonnenstürmen sind die Bedingungen auf unserem 2200m-Band oft besonders gut.

In den letzten Tagen gab es in den USA großflächige Stromausfälle. Nun wird in einem Bericht darüber spekuliert, ob diese etwas mit den Sonnenstürmen zu tun haben.

Wie dem auch sei: Für Notfunker und andere Prepper empfielt es sich, ein Funkgerät EMP sicher in Bereitschaft zu halten - und auch die entsprechenden Batterien dazu. Doch die meisten werden im Falle eines Falles wohl andere Sorgen haben, als im leeren Aether nach entfernten Leidensgenossen Ausschau zu halten.

Bild: Am Nordkap spiegelt sich die Mitternachtssonne im Meer


Mittwoch, 19. April 2017

Back to the roots

Unsere Mittelwelle bei 630m ist ein ausgesprochenes Nachtband. Tagsüber verschluckt die Ionosphäre die Wellen und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als dem Boden entlang zu kriechen. Über Land geht das nicht besonders gut und nach zirka 100km ist im hiesigen Terrain Schluss. Weiter geht's natürlich übers Meer. Darum konnten die Schiffe auch bei Tageslicht über viele 100km telegrafieren. Doch diese Zeiten sind längst vorüber. Wir Funkamateure sind die letzten Überlebenden im unteren Mittelwellenbereich. Scheinbar ein Anachronismus in der digitalen Moderne. Ein Tummelplatz für hoffnungslose Nostalgiker?

Keineswegs! Denn in unserem Mittelwellenband sind vor allem digitale Signale zu hören. Natürlich wird auch noch telegrafiert wie zu Marconis Zeiten. Aber in den meisten Funkbuden lauschen nun Computer in die Aethernacht.

Zwar ist mein neues Variometer noch nicht installiert, aber mein altes kann sich auch sehen lassen. Hier das Resultat der vergangenen Nacht in der Betriebsart WSPR:

  
Von Finnland bis zur Hochburg der deutschen Rentner in Spanien - Benidorm, von Norwegen bis zur griechischen Insel Zakynthos lief es kreuz und quer durch Europa. 
Doch über den großen Teich nach Amerika haben es meine Signale auch diesmal nicht geschafft und ich habe auch keine Stationen von drüber empfangen können. Nur G8HUH ist es gelungen WG2XPJ aus Vermont aufzunehmen.
Die Bedingungen waren gut - im Gegensatz zu den Kurzwellenbändern und die Gewittertätigkeit war gering. Dafür liegt heute Morgen etwas Schnee auf den Dächern. Wie immer macht der April was er will ;-)

Montag, 17. April 2017

Ein neues Variometer für Mittelwelle

Wenn Piloten von einem Variometer sprechen, meinen sie damit ein Instrument, das die Sink- oder Steiggeschwindigkeit eines Flugzeugs anzeigt.

Für Funker ist ein Variometer jedoch eine variable Spule, die zur Antennenanpassung verwendet wird. Im Gegensatz zur Rollspule kommt das Variometer ohne Schleifkontakte aus.
Das Prinzip: Eine kleine Spule dreht in einer großen. Ist ihr Wicklungssinn gleich, vergrößert sich die Gesamtinduktivität. Sind die Wicklungen entgegengesetzt, verringert sich die Induktivität des Variometers.

Damit kann man wunderbar Antennen verlängern und abstimmen, die für die verwendete Wellenlänge zu kurz sind. Aber das Variometer kann noch mehr: wird zur Einspeisung durch ein Koaxialkabel nur ein Teil der Windungen angezapft, wirkt es zugleich als Autotransformator und passt die Impedanz der Antenne an die des Koaxialkabels an.

Das Variometer ist also ein vollständiger Antennentuner, der ohne Kondensator auskommt.
Das ist im Mittel- und Langwellenbereich ein wichtiger Punkt, denn die Drehkondensatoren für einen herkömmlichen Tuner würden zu groß. Nicht nur wegen den großen, benötigten Kapazitätswerten, sondern auch wegen der hohen Spannungen, die beim Anpassen viel zu kurzer Antennen entstehen.

Hier ein Variometer des ehemaligen Mittelwellensenders Sottens (765 kHz):


Hier habe ich beschrieben, wie die Anpassung einer sehr kurzen Drahtantenne für Mittelwelle mit einem Variometer gemacht wird.
Und hier ist der Bau eines kleinen Variometers für kurze Strahler im 160m Band beschrieben. Der Vorteil: nebst einem einfachen Aufbau kann das Vario die Antenne über das ganze Band abstimmen.

Bei mir wird es Zeit, mein superprovisorisches Variometer für Mittelwelle zu ersetzen. Meine Antenne hat sich inzwischen zwar nicht verändert und besitzt nach wie vor eine Kapazität von ca. 366pF, aber das Wetter hat meinem Vario doch arg zugesetzt.
Außerdem bin ich am vorletzten Flohmarkt in Zofingen auf einen hübschen Spulenkörper gestoßen. Und wie ihr sicher wisst, ist manchmal ein bestimmtes Bauteil Anlass genug, um ein neues Projekt zu starten ;-)

Der dicke Draht langweilte sich schon eine ganze Weile und auch das Planetengetriebe mit 1:6 Untersetzung.

Hat man die Bauteile einmal beisammen und kennt man ungefähr die benötigte Induktivität, ist der Rest Pipifax: Denn Claudio IN3OTD hat auf seiner Webseite ein tolles Programm zur Berechnung von Variometern.
Das hat auch bei mir geklappt, und so sieht nun mein neues Vario aus:

 
Die Außenspule ist mit Cu-Trafodraht von 3mm Durchmesser bewickelt. Die Innenspule mit Litze von der gleichen Stärke. Man möchte ja die Verluste so klein möglich halten, sind doch die Erdverluste bereits groß genug. Der große Spulenkörper besteht aus Pertinax, der kleine aus Polypropylen. Jetzt braucht das Teil nur noch einen passenden Wetterschutz. Am besten ein altes Schnapsfass ;-)







Samstag, 15. April 2017

Eine kleine NVIS-Antenne für 1.8-7.2 MHz

Viele OM können sich schon glücklich schätzen, 20m Draht aufhängen zu können. Aber nicht nur die Länge, auch die Höhe ist vielfach ein Problem. Mehr als 8m liegen vielfach nicht drin, wenn einem der Frieden mit den Nachbarn lieb ist. So behilft man sich eben mit 20m Draht, die man vom Dachfirst runter zum Gartenzaun spannt. Das ist zwar eine Viertelwelle für das 80m Band, doch das Resultat lässt oft zu wünschen übrig. Gar nicht zu reden vom 160m Band.
Der OM experimentiert dann vielleicht noch mit Kurzdipolen und verkürzten Endfeed-Antennen, vielleicht sogar mit einer T2FD. Schließlich kauft er beim Händler seines Vertrauens eine teure Spezialantenne die alles verspricht und doch nicht besser ist, oder er wird HF-religiös und tritt der Kirche der Wunderantennen bei. 
Doch am Ende setzt sich die Erkenntnis durch: der Draht ist zu kurz für die langen Bänder.

Klar, wer auf 160 und 80 DXen will, muss ins weite Land ziehen, wo Gittertürme noch keine Kopfschmerzen auslösen. 

Für den weniger ambitionierten OM, der noch nicht im Lotto gewonnen hat, trotzdem aber auf 160m funken möchte, habe ich eine Lösung:
Die braucht zwar auch mehr Draht, aber mit einem Trick passt dieser trotzdem in den Garten. 
Hier ist sie, die NVIS-Antenne für die Bänder 160-40m für die Vorstadtgärten:



Es handelt sich dabei um eine geneigte, umgekehrte und zurückgefaltete L-Antenne. Der Abstand zwischen den beiden Stützpunkten (Masten) beträgt 20m, die maximale Höhe 8m. Gespeist wird sie mit einem automatischen Antennentuner. Vorzugsweise dem Stockcorner JC-4, der über 80uH Induktivität verfügt. Wichtig ist wie immer bei einbeinigen Antennen eine gute Erde. Zum Beispiel fächerartig vergrabene oder ausgelegte Radiale unter der Antenne.
Die durch den Tuner anzupassenden Impedanzen führen zu recht großen Spannungsüberhöhungen: c.a. 2kV bei 100W im 160m Band. Entgegen den Spezifikationen verträgt also der JC-4 in diesem Fall keine 1000W.
Wer seine Spannungsüberhöhung mal "bewundern" möchte, nachdem er die Impedanz des Drahtes seiner Wahl mittels Antennensimulation eruiert hat, guckt hier.

Hier noch die Abmessungen meiner "Wunderantenne": L1=20.4m, L2=19m

Doch was leistet die Antenne? 
Sie strahlt bis ins 40m Band steil nach oben (NVIS) und ist deshalb für den Verkehr auf mittlere Distanzen geeignet (bis ca. 500km). Gegenüber einem einfachen Draht (nur L1, ohne L2) bringt sie im 160m Band etwa 6dB mehr. Einerseits durch den erhöhten Strahlungswiderstand (5.1+j80 Ohm anstatt 3.1-j280 Ohm bei 1.9 MHz). Andererseits durch eine verbesserte Steilstrahlung (+3dB mehr in der Vertikalen).

Neu ist eine elektrische "Verlängerung" der Antenne durch ein Zurückfalten nicht. Taucht man in den Tiefen des Webs findet man allerhand "Foldback-Lösungen". Oft fährt man damit besser (mit weniger Verlusten) als mit Verlängerungsspulen. 

Frohe Ostern




  





Donnerstag, 13. April 2017

Was für ein Deal!

Kürzlich auf Ricardo gesehen (Screenshot):


Dann kurz bei Reichelt reingeschaut (Screenshot):


Reichelt liefert übrigens für 7.80 CHF Versandkosten in die Schweiz und verzollt selbst. Das heisst, die deutsche MwSt ist schon abgezogen und unsere von 8% drauf geschlagen. Es fallen daher keine weiteren Kosten an.

Beim Ricardo-Verkäufer aber schon: Der will noch 3.4% plus 55 Rappen bei Bezahlung über PayPal - bei Reichelt ist das gratis.

Diese Wette auf die Dummheit der Funker ist nur ein Beispiel unter vielen, wie dreist gewisse Dealer Funkamateure abzuzocken versuchen.

Dienstag, 11. April 2017

Der ICOM IC-7200 wird wieder produziert!



Der IC-7200 ist meines Erachtens der am meisten unterschätzte Transceiver auf dem Markt.
Das Gerät ist robust und spritzwasserfest. Man kann ihn mit zusätzlichen Frontgriffen bestücken und dank zwei "Bumpern" rückseitig auf den Boden stellen. Zwar ist sein Gehäuse aus Kunststoff, doch darunter kommt ein massives Aluchassis mit abgeschirmten und mit Gummidichtungen versehenen Abteilen zum Vorschein. Ideal für den rauen Portabel-Einsatz.
Er hat alles, was der OM braucht für CW/SSB und Datenbetrieb von 1.8 bis 52 MHz. Dank SDR braucht man keine zusätzlichen Quarzfilter zu kaufen. 3 Filterbandbreiten lassen sich für jede Betriebsart frei wählen, wie beim IC-7300. Zusätzlich kann die Bandbreite über das Icom-typische Twin Passband-Tuning stufenlos verändert werden. NB und NR sind auch sehr gut und die Ergonomie ist typisch Icom. Das bedeutet eine (fast) intuitive Bedienung und kein Hirnkrampf wie beim FT-991 - oder noch schlimmer beim FT-891. Zu letzterem lese man den Testbericht im Funkamateur: eine einzige Bedienungs-Katastrophe!

Der IC-7200 verfügt über ein automatisches und ein manuelles Notchfilter.
Ein TCXO ist bereits eingebaut und dank dem Sprach-Kompressor hat der 100W-Sender viel Talkpower und ist ein richtiger DX-Bohrer. Zumindest, nachdem man die "Filzbremse" aus dem mitgelieferten Mikrofon entfernt hat.
Digitalbetrieb ist über den USB-Anschluss problemlos und einfacher als bei manch neuerem Transceiver. Nur Updaten lässt sich das Gerät nicht via USB.
Als Besonderheit verfügt er standardmäßig über einen Voice-Synthesizer, der auf Knopfdruck Frequenz und Rapport in Englisch oder Japanisch ansagt.

Was er nicht hat, ist die Betriebsart FM. Das hat ihn wohl bei Eham die Höchstnote gekostet. Doch mit 4.8/5.0 rangiert er dort unter den Spitzentransceivern.

Mit der Einführung des IC-7300 hatte Icom die Fabrikation dieses Gerätes eingestellt. Nun wurde sie wieder aufgenommen. Für rund 1000 Dollar erhält man sehr viel Transceiver und das m.E. beste Gerät in dieser Preisklasse.

Mein IC-7200 (einer der ersten) ist kreuz und quer durch Europa gereist und hat mich dabei nie enttäuscht. Es ist eines der wenigen Geräte, dem ich ebenfalls treu geblieben bin ;-)





























Bild oben: Spezialausführung für Army-Fans
Bild unten: Mein IC-7200 in einem Cadillac Deville.

Sonntag, 9. April 2017

Konkurrenz für den KX3 aus China?

Was bisher an QRP Geräten aus China kam, war zwar interessant, aber kaum eine echte Konkurrenz für die Portabel-Transceiver von Elecraft.
Doch das könnte sich in Zukunft ändern.


Nämlich dann, wenn ein SDR mit integrierter Spektrum- und Wasserfallanzeige daher kommt.
Die Firma RISEN hat jetzt ein solches Gerät angekündigt.
Es soll 215x74x62mm groß sein und 623 Gramm auf die Waage bringen.
Zum Vergleich: ein KX3 misst 188x89x41mm und wiegt 680g.
Der Risen soll in SSB/CW/FM und Free-DV  auf allen KW Bändern von 160 bis 10m QRV sein. AM soll er zwar empfangen, aber nicht senden können. Er soll zwischen 5 und 15W an die Antenne bringen und mit Spannungen von 9 bis 15 Volt laufen.
Das Mikrofon soll Standard-Zubehör sein.

Doch der Risen ist bei genauem Hinsehen kein Unbekannter und so neu auch nicht. Er war bisher als Bausatz unter dem Namen mcHF bekannt und wurde von versierten OM begeistert nachgebaut und mit einem Gehäuse versehen. Kein einfaches Unterfangen, wie das verlinkte Forum zeigt.


Neu ist also nur, dass das Teil nicht mehr nur als Bausatz, sondern als fertiges Gerät angeboten werden soll! Ob der Entwickler dieses Transceivers, Chris, M0NKA damit einverstanden ist, weiß ich nicht. Die Bausätze wurden bisher von ihm vertrieben. 


Chris ist ein begnadeter Entwickler, aber ist er auch ein Businessman? Ob er nun das Gerät in Lizenz bei RISEN bauen lässt, oder ob es ihm schlicht und einfach geklaut wurde, wird sich zeigen. Eine spannende Geschichte!

Mittwoch, 5. April 2017

Das Leben ist ein Provisorium - die Antenne auch!



Das Leben ist ein Provisorium. Wieso sollen wir Antennen für die Ewigkeit bauen?

Es gibt Probleme, die wir ruhig unseren Erben überlassen dürfen, aber muss es unbedingt ein Gittermast mit einem massiven Betonfundament sein?
Klar, wer das begehrte DX mit einem Beam bejagen will, der braucht was Stabiles. Doch für uns "Drahtfunker" genügt ein Baum oder ein Dachgiebel als Stützpunkt. Eine Baubewilligung für einen "provisorisch" aufgehängten Draht wird man nur in seltenen Fällen benötigen. Außer der OM ist so blöd und fragt danach ;-)

Bäume sind die Freunde der Funkamateure. Sind sie nicht da - z.B. weil das vorgängige Hobby Rasen vertikutieren und mähen war - kann ein Fahnenmast aushelfen. Auch für diesen braucht es in den meisten Fällen keine Baubewilligung. Außer in Deutschland sieht man es überall gerne, wenn eine hübsche Landesfahne im Winde weht. Zur Not tut's auch die EU-Flagge, oder bei uns die Fahne mit dem Kanton. Ganz fiese OM hissen die Gemeindefahne. Welche Gemeinde hat schon was gegen das eigene Wappen?

Dass da nach einiger Zeit noch ein unscheinbarer Draht dran hängt und am Fuß des Mastes ein graues Truckli vor sich hin klimpert, fällt kaum auf. Sofern es nicht wie eine feste Installation aussieht.

Portabel von Zuhause aus, heißt die Devise. Dann klappt es auch besser mit dem Experimentieren, bzw. neue Antennen ausprobieren.  

Ich funke seit Jahrzehnten mit "zufällig" aufgeknüpften Drähten und Tunern, die in der Landschaft liegen wie bestellt und nicht abgeholt. Mein Lieblingsstück ist dabei ein alter Fiberglasmast. Nicht einer dieser praktischen Fischruten, die benutze ich nur im Urlaub. Sondern ein richtiger Glasfibermast. Ich habe ihn vor gut 20 Jahren bei VDL gekauft und er hat alle Stürme, Schnee und Eis überlebt, obschon ich ihn nie abgespannt habe. Es ist eigentlich ein 15m Mast, aber ich habe ihn nur auf 12m ausgefahren. Der unscheinbare graue Draht zieht seine Spitze deshalb nur unwesentlich krumm.
Meine Freude war groß, als ich kürzlich entdeckte, dass es die Firma immer noch gibt. Die gleichen Masten in unveränderter Qualität! Und neuerdings sogar im Internet bestellbar!
Diese Masten enthalten kein Carbon und bedämpfen daher auch keine Vertikalantenne, sollte sich der OM entschließen, einfach einen Draht senkrecht hochzuziehen.
Und obschon sie dauerhaft und unverwüstlich sind, sind sie höchst portabel. Ich habe meinen nur auf ein Wasserrohr gesteckt, das ich im Boden eingeschlagen habe. Es braucht keine ganze Mannschaft oder gar einen Kran um ihn aufzustellen, ein Pensionär bringt das ganz alleine fertig.  Ein wichtiger Punkt, wenn man älter wird.
Das Teil wird einfach Stück für Stück ausgezogen und mit den montierten Klemmen festgestellt.

73 de Anton    

Sonntag, 2. April 2017

Ein Jahr mit dem FT-991 und dem IC-7300



Die meisten werden es wohl gemerkt haben: Antonia war ein Aprilscherz. Den ausrangierten Nagellack meiner XYL benutze ich sonst nur als Sicherungslack und mit politischer Korrektheit habe ich wenig am Hut. Kurz: Ich heiße immer noch Anton.
Die üblichen Scherze zum Foolsday wie die xte Wunderantenne oder schon wieder ein neuer Traumtransceiver dünken mich langweilig. Auch das SWR-Öl hat ausgedient, genauso wie die DXpedition zum Mond.

Kürzlich fragte mich ein OM, was ich vom FT-991 halte, der auf dem Bild meines letzten Blogs zu sehen ist.
Es ist nun etwa ein Jahr her, seit ich mein Equipment gewechselt habe und das Paar FT-991/IC-7300 friedlich nebeneinander auf dem Stationstisch steht. Noch heute schalte ich immer wieder zum Vergleich vom einen zum anderen.
Zu Beginn war ich vom Yaesu wenig begeistert. Das Bedienungskonzept ist ein Hirnkrampf und die Spektrum/Wasserfall-Anzeige ein Witz. Auch beim FT-991A wird die Anzeige kaum besser sein. Freilich kann man sie jetzt parallel zum Empfänger benutzen, doch dem IC-991 kann sie nicht das Wasser reichen. Dazu ist das Guckloch im FT-991A einfach zu klein und der Power eines echten Direct Samplers auch nicht vorhanden. Der Flick ist also ein Murks - eine Notlösung um dem IC-7300 Paroli zu bieten.

Es gibt nur zwei Dinge, die der FT-991 besser als der Icom kann:

1. Er kann 2m und 70cm Allmode.

2. Er hat wesentlich mehr Talkpower als der IC-7300, sofern der parametrische Mikrofon-Equalizer richtig eingestellt wird. Er ist immer noch mindestens 3dB im Vorteil, auch wenn Kompression und Mik-Gain beim IC-7300 bis an die Schmerzgrenze aufgedreht werden.
Unter Talkpower verstehe ich die mittlere Sprechleistung oder das PAPR (Peak to Average Power Ratio) und nicht etwa PEP. Letzteres ist bei beiden etwa gleich.

Zwar geistert eine Modifikation für den IC-7300 im Netz herum, der ihm auf die Sprünge helfen soll. Zu diesem Zweck wir die ALC-Zeitkosntante massiv verlängert. Ein zweifelhaftes Unterfangen. Trotzdem werde ich das mal ausprobieren und IMD-Messungen vornehmen (vorher und nachher), wenn sich mein Projektstau mal aufgelöst hat.

Ich habe mich inzwischen mit dem FT-991 arrangiert. Der Empfänger ist recht gut (in dieser Klasse) und was ich mit dem IC-7300 hören kann, kann ich auch mit dem Yaesu aufnehmen. Der NB ist nur um Nuancen schwächer als der im Icom. Für mich ein wichtiges Utensil, bin ich doch von Weidezäunen umgeben und benutze eher die längeren Bänder.
Die NR ist wie bei den meisten Transceivern so von Artefakten verseucht, dass man am liebsten in die Tischkante beißen möchte. Im Gegensatz dazu besitzt der IC-7300 die einzige genießbare NR, die ich bisher gehört habe. Der Icom hat es aber auch dringend nötig. Ohne NR rauscht er wie ein Wasserfall und ich habe sie deshalb immer eingeschaltet.

Wie auch immer: beide Transceiver haben so ihre Macken und Pluspunkte. Wenn ich nur einen haben könnte, würde ich den FT-991 bevorzugen, denn SSB/CW auf UKW ist für mich wichtig.
Wenn dem nicht so wäre, würde ich aber den IC-7300 behalten.

73 de Anton


Samstag, 1. April 2017

Wichtige Mitteilung in eigener Sache



Liebe Leserinnen und Leser

heute beginnt für mich ein neues Leben. In Zukunft werde ich euch nicht mehr als Anton sondern als Antonia schreiben, also nicht mehr als OM sondern als OL (Old Lady).
Mein Rufzeichen bleibt leider das gleiche. Das BAKOM hat meinen Antrag auf Neuzuteilung abgelehnt.

Aber meine Blogin wird eine Änderung erfahren. Ich werde nun ganz besonders auf eine gendergerechte Sprache achten. Und ich werde mich dafür einsetzen, dass das Kürzel XYL zugunsten von OL verschwindet.

Ich hoffe, ihr bleibt meiner Blogin weiterhin treu, mit den besten
88 eure Antonia, HB9ASB