Montag, 22. August 2016

Yaesu's Problemkind erhält einen Nachfolger: den FT-991A

Nach der Einführung des IC-7300 hat nun ICOM mit dem IC-7610 den Nachbrenner gezündet.
Um nicht ins Hintertreffen zu geraten musste Yaesu nachziehen.
Deshalb wurde jetzt der FT-991 aufgebrezelt. Der FT-991A soll nun über eine echte Spektrumsanzeige verfügen, die gleichzeitigen Empfang erlaubt.
Die OM, die erst vor kurzum einen FT-991 gekauft haben, werden sich wohl ein wenig verschaukelt fühlen. Doch der Yaseu Mannschaft bleibt nichts anderes übrig, wenn sie im Rennen bleiben will.

Hier der Yaesu Stand an der Tokio Ham Fair:


Ob der ebenfalls gezeigte FT-891 ein grosser Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Ein KW-Mobilgerät ist meines Erachtens kein Mainstream-Produkt.

Im folgenden Video ist der IC-7610 von ICOM auf der Tokio Ham Fair zu sehen:



So eine Art IC-7300 mal zwei ;-)

Sonntag, 21. August 2016

Take it easy



Aus Neugier habe ich kürzlich in meinen Spam-Ordner geguckt. Und neben all der unerwünschten Werbung diese Meldung von Olaf Grundmann DM2CM gefunden:

-- ich möchte mal von Angesicht zu Angesicht im techn. Wettstreit treten das wird peinlich Kol. HB9ASB
wie war das mit dem Lötkolben wo was heiß wird :-(
wie man mit so wenig Fachwissen im Internet auftreten kann das ist abartig, solche Webseiten braucht keiner !
Angehängt war ein umfangreiches PDF. Gerne gebe ich Olaf die Möglichkeit, darzulegen, wieso er mein Blog nicht mag. Hier der komplette Text seiner Botschaft:

Verschone doch die AFU Gemeinede mit diesem Steckdosenfunker Unsinn HB9ASB Nun habe ich die ersten QSO's mit dem ICOM IC-7300 und dem Yaesu FT-991 gefahren und dabei weitere Erfahrungen gesammelt. Manchmal habe ich mich dabei im Dschungel der Menüs und Einstellungen verloren und bei beiden Geräten ist es mir passiert, dass ich plötzlich wie der Ochs vorm Berg stand. In der Schweiz steht übrigens nicht der Ochs vorm, sonder der Esel am Berg. Doch das Resultat ist das gleiche: Rien ne va plus. Wieso kann ich jetzt die Bandbreite nicht mehr einstellen (beim Yaesu)? Wieso geht das Mikrofon plötzlich nicht mehr (beim Icom)? Ist das Gerät schon kaputt? In beiden Fällen half ein intensives Studium des Handbuches. Die Beispiele zeigen, wie komplex die Geräte geworden sind. bla bla mach ich ohne Manual ich kenne alle Geräte der letzten 25 Jahre mit org. Zubehör dazu Doch kaum einer wird alle Funktionen nutzen. Man pickt sich die raus, die man braucht. Je nach Interessenlage. So habe ich u.a. mal die vielfältigen Contest-Funktionen, den Relaisbetrieb und den Scanner außen vor gelassen und mich dem gewidmet, was mich besonders interessiert: Zum Beispiel der Frage: Wie ist die Modulation? Beim IC-7300 war diese Frage rasch beantwortet: Er klingt bereits mit den Werkseinstellungen und dem mitgelieferten Handmikrofon ausgezeichnet. Wem das nicht reicht, der hat genügend Einstellmöglichkeiten um Abende mit Modulations-Tests zu verbringen. Nur Regler Bass + Treble einfachste Sache der Welt bei allen Icoms seit über 15 Jahren so den Yaesu EQ gibt´s seit 10 Jahren ab FT 950 unverändert Bei FT- 991 war es ein wenig anders: Denn am mitgelieferten Uralt-Mikrofon MH-31 hat sich nichts geändert, und dieses klingt mit seiner dynamischen Kapsel so, als würde man in einen Yoghurt-Becher sprechen. Das ist auch beim FT-991 nicht anders. Restloser Unsinn geht am FT 991 Ftdx 1200,3000 d.h. Ab 2012 geänderter Mikrofoneingang nun geht das mit EQ u. Hunderte Ömer haben das schon erledigt ( z.T. mit Hilfe auch von mir „ Fachwissen „ eben ) Zwar haben sich die Yaesu-Ingenieure einen parametrischen Equalizer ausgedacht. Doch dessen Einstellung ist so kompliziert, dass man nicht nur Abende, sondern Jahre mit Modulations-Tests verbringen kann. Ja du bestimmt weil der 3x Parametrische EQ zu kompliziert ist weil man nicht weis was in der menschl. Stimme so enthalten ist u. was wichtig Kalter Kaffee ist das Mir fehlte die Geduld und so habe ich zum Mikrofon von Joachim Münch DF4ZS gegriffen, das ich bei den FT-8x7 Geräten im Einsatz habe. Joachim ist übrigens seit letzten Oktober SK, wie ich mit Bestürzung erfahren habe. Er war ein sehr kompetenter und liebenswürdiger OM. Sein Geschäft wird jetzt durch Ivonne DO2AL und Harry DO5AL weitergeführt. Mit diesem Mikrofon war die Modulation perfekt. Und zwar ohne den Clipper einzuschalten, nur mit der Elektret Kapsel alleine! Ja MH 31 Electret hab ich Tausende gebaut aber das braucht man ja nicht laut deiner Anleitung nur das Cop. C ändern ( hat zwar nur auf den Bass Einfluß weil das ein Hochpass darstellt Kapsel + C aber egal haupsache ich hab was geschrieben ) und richtig reinbrüllen <<<<<< ist vom dir der Quatsch ! Doch das ist noch nicht alles: Die Modulation des Yaesu war wesentlich kräftiger als die des Icom, und dies ohne den Compressor des Transceivers zu benutzen. Eine klare, saubere und unverzerrte SSB-Modulation mit einem PAPR, wie ich es bisher höchstens beim IC-765 angetroffen habe. Der FT-991 ist in SSB ein Hammer! Das PAPR - auch Crest-Faktor genannt, heißt ausgeschrieben "Peak to Average Power Ratio". Auf Deutsch: Verhältnis von mittlerer Sprechleistung zu Spitzenleistung. Je höher die mittlere Sprechleistung zum PEP-Wert ist, desto kräftiger ist ein SSB-Signal. So kommt es, dass ein Transceiver zwar 100W PEP bringt, aber nur schwach auf der Brust ist, während ein anderer mit 100W PEP ein viel kräftigeres Signal hinstellt. Oft ein Grund, um ganze Foren mit Unverständnis und verqueren Ansichten zu fluten. 100W sind in SSB eben nicht gleich 100w ;-) Mir sind schon Unterschiede bis zu 10dB begegnet. Ein Unterschied, der dem Einsatz einer Kilowatt-Endstufe entspricht! Was ist das für ein Geheimniss ? Einfach messen mit PEAK – Hold fertig ! , Electronische ….... EQ – Geheimnisse : ( Yaesu seit FT 950 also nix neues im FT 991 alter Kram ) YAESU PROC bitte nicht benutzen ! AJ3 TX BPF : 100 – 2900 ( Tx Bandbreite ) EQ3 Einstellung Vorschlag für Yaesu für FT – DX 1200 / 3000 / 5000 / 9000 / FT 991/ FT 2000 FT 950 mit 3 Band Equalizer Erklährung : FRG Frequenz einstellen LVL Level anheben / absenken + 10 / - 20 BW gewünschte Bandbreite der Frequenz 1 schmal 10 breit ***************************************************************************** mit Electretmikrofon : EQ1 : Bass Frequenz 100 – 700 Hz zum aussuchen / einstellen ( 100 – 300 Hz ) meist absenken FRG : Frequenz ( 300 Hz ) mehr Bass : 200 Hz LVL : Level – 20 bis + 10 ( - 8 ) + 5 BW : ( Frequenzbreite ) 1- 10 ( 7 ) + 3 EQ2 : Mittlere Frequenzen 700 – 1500 Hz ( 800 – 1200 ) immer absenken FRG ( 900 Hz ) LVL ( - 5 ) BW ( 7 ) EQ3 : Treble Frequenzen 1500 – 3200 Hz ( 2500 – 2800 ) immer anheben FRG ( 2600 Hz ) LVL ( 7 – 10 ) BW ( 3 ) ist so bei allen YAESU gleich ( ab FT 950 bis FT DX 9000 ) - FT 950,991,1200,2000,3000,5000,9000 - __________________________________________________________________________ 1. einfache Kontrolle mit Monitor ( „ MONI „ ) Kopfhörer anstecken PWR auf Min. u. anhören, wobei der SP besser geht als der Kopfhöreranschluß ! __________________________________________________________________________ ICOM : COM : 1 – 2 die Ansteuerung ist so einfacher bei Icom TRX TBW : 100 – 2900 ( Tx Bandbreite ) Bass : - 1 >>> + 2 Treble : + 3 >>>> + 5 je nach Stimme __________________________________________________________________________ KENWOOD : TS 480,590, 2000,990 ( Tx Sendebandbreite außer 480 : 100 – 2900 Hz ) PROC bitte nicht benutzen ! EQ – Tx Vorgaben : High Boost 1 / 2 ( oder diese als Grundlage für „ U „ - User der über ARCP sich einstellen lässt benutzen . nicht TS 480 da geht das anders zu machen aber das kenne ich auch wie was .

Soweit das PDF. Leider musste ich es konvertieren, da ich PDF Dateien nicht ins Blog übernehmen kann. Ich hoffe, dass ihr gleichwohl versteht, was Olaf meint.

Bild: Take it easy



Donnerstag, 18. August 2016

Die Sonne wird schwächer

Das war der Titel, den ich im alten Blog meinem Beitrag vom 27. November 2013 gegeben habe. Folgendes habe ich vor knapp drei Jahren geschrieben:

Die Sonne wird schwächer
Veröffentlicht am 27. November 2013 | 4 Kommentare
Liegt das Maximum des 24. Sonnenzyklus schon hinter uns? Betrachtet man das neuste Bild von NOAA mit den Sonnefleckenzahlen, liegt der Schluss nahe. Auf jeden Fall hat der laufende Zyklus die Erwartungen nicht erfüllt. Die Prognosen waren zu optimistisch. Die rote Linie ist noch ein Rest der Prognose, die bereits mehrfach nach unten korrigiert wurde: siehe oben


Hoffentlich habt ihr bis jetzt profitiert und auf 10m viel DX gemacht? Denn der nächste Zyklus könnte noch wesentlich schlechter ausfallen. Ein Anzeichen liefert der Sonnenwind, der auf der Erde anhand seiner Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld beobachtet wird.


Ich habe diesen Ap Index schon längere Zeit im Auge und die mir zugänglichen Daten gestern mal in ein Diagramm verwurstelt: siehe oben


Natürlich bin ich nicht der erste, dem dieser stetige Rückgang auffällt. ProfessorMike Lockwood von der Reading University in England beschäftigt sich schon längere Zeit mit diesen Daten, die von der USAF erhoben werden. Er kommt zum Schluss, dass der Rückgang des Sonnenwindes noch nie so stark war, wie in der heutigen Zeit. Seines Erachtens deutet das darauf hin, dass uns wieder eine kleine Eiszeit bevorsteht, wie das im Maunder-Minimum oder, etwas schwächer, im Dalton Minimum der Fall gewesen ist.
Natürlich sind diese Beobachtungen sowohl bei den “Klimahysterikern” wie bei den “Klimaleugnern” nicht unbemerkt geblieben. Die einen behaupten, es sei nur das CO2, das das Klima beeinflusse und die anderen glauben, dass die Sonne auch etwas dazu zu sagen habe. Was mich betrifft: ich gehöre nach wie vor zu den Klimaagnostikern ;-) Obwohl mir kürzlich jemand gesagt hat, dass die Agnostiker (es ging dabei um religiöse Fragen) “Vögel” seien, die ihre Köpfe in den Sand stecken würden.
Heute morgen bin ich noch auf ein Diagramm gestoßen, das den Ap Index über einen Zeitraum von 1932 bis zum Dezember 2008 darstellt. Interessant ist der rapide Abfall in den letzten Jahren:
Quelle: Watts Up With That
Wie dem auch sei. Profitiert noch vom abklingenden Zyklus 24. Es könnte sein, dass wir nie mehr so gute Bedingungen auf den KW Bändern erleben werden.
Wie sieht es heute aus? 
Wo befinden wir uns im gegenwärtigen Sonnenzyklus? Ende 2013 sah es  aus, als läge das Maximum bereits hinter uns. Doch dann kam die Überraschung: 2014 erfolgte nochmals ein Anstieg und wir profitierten von einem Doppelmaximum.

Doch dann ging es bergab. Und zwar noch heftiger, als es die "Sonnen-Propheten" von der NASA vorhergesagt hatten. Inzwischen sind wir hier:





























Das ist der Stand der Sonnenflecken Ende Juli 2016. Das Maximum liegt definitiv hinter uns, und vor uns liegen die funktechnisch mageren Jahre des nächsten Minimums. Das 10m Band ist nicht mehr so häufig offen wie noch vor zwei Jahren und auch das 15m Band hat deutlich nachgegeben.

Schon damals, im November 2013, habe ich darüber geschrieben, dass ein außerordentlich langes Minimum erwartet wird. Dazu wiederum ein Artikel auf der Seite Watts Up With That.

Dies ist übrigens eine Seite, die gegenüber dem anthropogenen Klimawandel kritisch eingestellt ist und die der Sonne mehr Einfluss zuschreibt, als dem vermehrten Ausstoß von CO2 durch die Menschen.

Die Zukunft wird zeigen, wohin die Reise geht.


Dienstag, 16. August 2016

500W auf 472kHz mit dem IC-7300



Der IC-7300 kann auch 472kHz, wenn man die richtigen Dioden entfernt. Zwar nur ein paar Watt und mit zu starken Oberwellen. Doch das reicht für lokale QSO's und WSPR und die Anpassung der Antenne sorgt in der Regel für eine genügende Oberwellen-Dämpfung.
Doch für die erlaubten (je nach Land) 1W oder  5W EIRP brauchen normale Amateurantennen etwas mehr Power.
Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine Versuche, mit Schalttransistoren eine Endstufe zu bauen. Nach vielen explodierten Transistoren lief das Teil endlich auf 160 und 80m.
Dann wurde es durch eine Endstufe mit richtigen HF-Transistoren abgelöst und verschwand im Keller.
Jetzt habe ich diese PA wieder ausgegraben und bin froh, dass ich sie damals nicht ausgeschlachtet hatte.

Nun habe ich diese PA für das 630m Band umgebaut. Viel gab es dabei nicht zu tun. Ich habe lediglich das Tiefpassfilter gewechselt und die Speisedrossel auf einen N30-Kern gewickelt: Vier Windungen mit dickem Lautsprecherkabel.



Die Ansteuerung durch den IC-7300 erfolgt über ein fünfpoliges Tiefpassfilter und ein 3dB Dämpfungsglied. Trotzdem genügen 5W um die PA auf 500W auszusteuern. Im 630m Band können die vier IRFP264 ihre Qualitäten voll ausspielen und die PA läuft einwandfrei mit einem Wirkungsgrad von ca. 65% im B-Betrieb.

Natürlich ist diese kleine Bastelei nicht zu vergleichen mit dem Werk von Profis wie DC9DZ, dessen Tsunami Endstufe ich im letzten Beitrag vorgestellt hatte.
Hier übrigens noch seine Webseite.

Sosehr ich seine Werke bewundere, an das "Broadcast-Märchen" glaube ich nicht. Die Beschriftung der Frontplatte spricht Bände.

In diesem Zusammenhang bin ich auf eine lustige Forendiskussion älteren Datums gestoßen. Erstaunlich, mit welcher Selbstsicherheit sich gewisse Leute selbst demontieren ;-)
DC9DZ hat damals das einzig richtige getan und sich aus der Diskussion zurückgezogen.

Und wieder einmal sehen wir an diesem Beispiel: Das Internet vergisst nichts.

Erstes Bild: Antennendraht im Abendlicht

 

Sonntag, 14. August 2016

Tsunami - eine 100kW PA für den anspruchsvollen Contester



Dass die Welt aus den Fugen gerät, ist kein Geheimnis. Und dass dies auch bei uns Funkamateuren Auswirkungen zeigt, ist keine Überraschung.

Die Gier nach immer mehr, macht auch vor dem Amateurfunk nicht Halt. Regeln und Anstand werden gehen dabei oft über Bord.

Der neuste Wahnsinn kommt aus Deutschland:

Für Big Guns gibt es jetzt eine 100 Kilowatt-Endstufe. DC9DZ soll gemäß dem russischen Sparky's Blog der Initiant dieser, sinnigerweise "Tsunami" genannten, Endstufe sein.

Hier die Daten dieses Monstrums.

So ganz trau ich der Chose nicht. Vielleicht hat da jemand was geraucht.

Sparky's Blog ist übrigens immer wieder interessant. Zurzeit wird dort das Gerücht kolportiert, dass ICOM auf der Ham Fair in Tokyo diesen Herbst den Nachfolger des IC-7600 vorstellen wird - den IC-7610. Natürlich auf der Basis des IC-7300, versteht sich. Überraschen würde mich dieser Schritt nicht.

Eher überrascht hat mich der Preis von Yaesu's angekündigtem FT-891. Der wird in den USA von Universal Radio und Gigaparts für 899$ angeboten. Recht viel für den Nachfolger des FT-857D ohne 2m und 70cm. Zumal die angekündigten Daten mich nicht gerade aus den Socken hauen. Ich habe hier darüber berichtet.

Dienstag, 9. August 2016

Ein Balun für undefinierte Impedanzen




Meine Lieblingsantenne im Urlaub ist ein nicht resonanter Dipol beliebiger Länge, abgestimmt mit einem automatischen Tuner  im Speisepunkt. Die Lage der Drähte richtet sich dabei nach den örtlichen Gegebenheiten. Das funktioniert meistens recht gut. Wenn der Tuner ausnahmsweise Fisimatenten macht, werden die Drähte verkürzt oder verlängert.

Doch nicht immer gelingt es, den Tuner am Speisepunkt zu installieren. 
In diesen Fällen hilft eine Zweidrahtleitung, in der Funkersprache Hühnerleiter genannt. Zweidrahtleitungen haben viel geringere Verluste als Koaxialkabel und ein hohes Stehwellenverhältnis auf der Speiseleitung ist somit keine Katastrophe.

Gerade bei nicht-resonanten Antennen ist das eine wichtige Eigenschaft. Die Impedanzen auf den verschiedenen Bändern bewegen sich in einem weiten Bereich. Ein SWR von 1:30 liegt da durchaus drin.

Eine 10 oder 20m lange Hühnerleiter lässt das aber kalt. Wie kalt, kann man auf dieser Seite ausrechnen. Leider sieht man bei dieser Gelegenheit auch, dass die käufliche "Wireman" (450 Ohm) nur trocken gut läuft. Ist die "Wireman" nass, steigen die Verluste dramatisch. Wesentlich besser sind selbstgestrickte Zweidrahtleitungen.

Damit der OM nicht heiß wird, wenn er zum Mikrofon greift und der Auto-Tuner ordnungsgemäss arbeitet, braucht es aber noch ein anderes Teil: Einen Balun. Viele schwören auf den, in vielen manuellen Tunern bereits eingebauten, 1:4 Balun. Ich habe mich für einen Strom-Balun für nicht definierte Impedanzen entschieden. Er soll nicht transformieren, sondern nur Gleichtaktströme auf der Zweidrahtleitung verhindern. Um die Anpassung kümmert sich ja der Tuner.
Dieser Balun ist zwischen Tuner und Zweidrahtleitung geschaltet - unmittelbar am Ausgang des Tuners. Vorsichtshalber bekommt die HF-Zuleitung und die Steuerleitung zum Tuner auch noch eine Mantelwellensperre in Form einiger Windungen auf einen N30 Kern.

Natürlich wäre es besser einen symmetrischen Tuner zu verwenden und keinen "Einbeinigen" wie den CG-3000. Aber das Teil tut es auch und man bekommt es für einen konkurrenzlosen Preis.

Einen solchen Balun zu bauen, ist kein Hexenwerk. Wichtig ist die Wahl des Kerns. Eisenpulverkerne sind ein No-Go. Die damit erzielten Induktivitäten sind zu gering. Denn die induktive Reaktanz sollte wesentlich höher sein, als die zu erwartenden Impedanzen. Also mehrere 1000 Ohm.
Dazu wird ein Ferritkern benötigt. In meinem Fall ist es der FT240-31. Der Balun oben im Bild hat 290uH. Damit liegt der Blindwiderstand im 80m Band über 6000 Ohm.

Wer mehr über dieses Thema wissen möchte, dem kann ich die Seiten von DG0SA empfehlen.



Donnerstag, 28. Juli 2016

23 cm Endstufe mit dem Mitsubishi Modul RA18H1213G



Kaum hatte ich meinen IC-910 verkauft, begann ich das 23cm Band zu vermissen. Zwar waren die QSO's auf diesem Band Raritäten, aber es waren eben auch Funkperlen, an die ich mich besonders gerne erinnere.
Mein neuer FT-991 kann zwar vieles, doch 23cm kann er nicht. Also musste eine andere Lösung gefunden werden.
Zuerst dachte ich daran, einen Transverter zu kaufen, wie ich in hier beschrieben habe. Aber wieso nicht einfach einen selbst "zusammennageln"?
Ich ging also daran, meine Funkperlen-Schatztruhe zu durchwühlen. Zu meiner Freude kam da recht brauchbarer Edelschrott aus alten Zeiten ans Tageslicht.
Leiterplatten sind zwar eine tolle Sache, doch für ein Einzelstück im Mikrowellenbereich gibt es noch was besseres: Stabile Blechgehäuse mit Kammern - das klassische Breadboard für den UHF-Bereich.
Der Lokaloszillator besteht in meinem Fall aus einem 96 MHz Quarzoszillator, der in nachfolgenden Stufen verdreifacht und zweimal verdoppelt wird. 1152 MHz sind das Resultat. Im Bild rechts ist der Quarzoszillator zu sehen:



Im zweiten Blechgehäuse, dem eigentlichen Transverter, werkeln zwei Dioden-Ringmischer aus der Funkperlen-Schatztruhe. Es sind TFM-15 von Mini-Circuits. Einen für das Sendesignal, der andere für den Empfang. Eine DeLuxe Lösung. Sie brauchen zwar je 10dBm LO-Leistung, doch mein LO liefert mit 17dBm genügend Power um einen einfachen Powersplitter mit drei Widerständen zu benutzen.
Den Rest erledigen die kleinen Alleskönner PGA-103+. Zwei davon heben das Sendesignal auf 100mW und zwei dienen als Vorverstärker für den Empfangsmischer. Wie man sieht, steckt auch im Transverter nur wenig Material:


In der rechten Kammer hat die 5V-Versogung für die PGA-103 ihren Wohnsitz. Da die kleinen Kerle ziemlich viel Strom ziehen, sitzt dort ein zweites Umschaltrelais, das die 5V vom Empfangs- auf den Sendezweig umschaltet. Als Nachsetzer dient nicht der FT-991 sondern der FT-817 im 2m Band.

Soweit so gut, doch 100mW Sendeleistung sind etwas mager, wenn man nicht auf einem Gipfel sitzt und die Berge als passive Reflektoren anstrahlen muss.
Aber auch hierfür gibt es eine günstige Lösung. Das Zauberwort heisst RA18H1213G. Man findet es u.a. auch in der E-Bucht. Hier mein Lieferant.
Dieses LDMOS-Modul von Mitsubishi macht aus den 100mW gute 20W mit einem Minimum an externen Komponenten. Allerdings will es gut gekühlt werden, denn es arbeitet alles andere als effizient.
Aber auch hier hilft die moderne Technik. Was gibt es besseres als einen CPU-Kühlkörper aus Kupfer wie er auf leistungsstarken Prozessoren in Servern eingesetzt wird? Noch einen leisen Lüfter drauf und das Modul bleibt immer handzahm handwarm.


Ganz wichtig ist, dass man die Eingänge für die Speisung und die Arbeitspunkt-Einstellung unmittelbar an den Anschlüssen mit SMD Kondensatoren abblockt. Sonst bekommt das Teil das wilde Schwingen und die Maus ist aus.
Das Relais rechts dient zur Sende-Empfangs-Umschaltung. Das Relais links, das wie ein toter Käfer die Beine in die Luft streckt, schaltet beim Senden die Vorspannung für die Arbeitspunkt-Einstellung zu. In meinem Fall habe ich diese so eingestellt, dass das Modul 3A Ruhestrom zieht.
Ein einfaches Filter für die 2. und 3. Harmonische hilft dem OM, in der Norm zu bleiben.

Im nächsten Bild sieht man den ganzen Transverter. Er wurde so aufgebaut, dass er gerade in die letzte verbleibende Lücke in meinem Mini-Shack passt:

  Der Aufbau in einzelne Module und die strikte Trennung von Sende- und Empfangszweig machen Messungen und Modifikationen einfach. Der Transverter funktioniert zu meiner vollen Zufriedenheit und ich bin ein wenig traurig, dass dieses Projekt schon zu Ende ist. Es ist ein interessanter Mix aus "alter" und neuer Technik und hat mir viel Spaß gemacht.
Es ist nicht mein erster Transverter, den ich gebaut habe. UHF-Pionier DJ9HO (sk) war mein Lehrmeister und seine UHF-Unterlagen waren für mich während langen Jahren die wichtigsten Bücher im Shack.

Zum Schluss will ich noch auf einen wichtigen Punkt aufmerksam machen. Wer zum ersten Mal ein RA18H1213G in der Hand hält, mag vielleicht erschrecken. Die beiden Flansche heben sich ca einen halben Millimeter vom Modulboden ab und dieser ist nicht flach, sondern eingebuchtet. Ein guter thermischer Kontakt zum Kühlkörper ist deshalb schwierig herzustellen. So stellt sich das Mitsubishi vor. Doch es gibt diesbezüglich unter Funkamateuren verschiedene Theorien. Einige feilen die Flansche ab und schleifen den Boden plan. Andere wiederum machen gar nix und füllen den Spalt einfach mit Wärmeleitpaste. 
Ich habe ein 0.5mm Kupferblech unter den Boden gelegt um die Höhe der Flansche zu kompensieren und beidseitig mit Wärmeleitpaste nachgeholfen.
Das Modul ist auf einem Keramiksubstrat aufgebaut und daher empfindlich. Einige OM haben schon Lehrgeld bezahlt. Ich gehöre zu den Glücklichen, welchen das erspart geblieben ist.

Wer gerne eine Leiterplatte, bzw. einen Bausatz für das Modul hätte, wir bei Mini-Kits und W6PQL oder PE1RKI fündig.

Nachtrag #1
Hier noch die Ergänzung eines aufmerksamen Lesers:
Hallo Anton,
zu der Baubeschreibung herzlichen Dank, auch wenn ich keinen Bedarf daran habe. Aber: Du schreibst, dass manche OM den Spalt zwischen Kühlkörper mit Wärmeleitpaste auffüllen. Das ist das Sträflichste, was man machen kann! Wärmeleitpaste darf nur als hauchdünne Schicht verwendet werden, niemals als „Spachtelmasse“!
Auch wenn die mechanische Beschaffenheit dieses Bausteins ungeschickt gewählt ist, dann lieber auf den Kühlkörper eine dünne Zwischenplatte legen und sauber verschrauben. Hierzu sollte aber die Platte etwas dicker sein als der Spalt, auch wenn es sich als etwas frickelig gestaltet, beide Befestigungsschrauben gleichmäßig anzuziehen. Man kann sich hier sehr gut behelfen, in dem man unter die Schraube eine passende Wellscheibe einlegt, die beim Anziehen der Schraube den Baustein sanft vorspannt. Denn entgegen mancher Glauben reicht es, wenn der Baustein sanft anliegt. Hier müssen keine hunderte von Newtons wirken, um Kühlung zu erreichen.
Schaut man mal auf das Datenblatt, so zeigt sich, dass der Absatz ungefähr 0,09mm sind, also nicht ganz ein Zehntel Millimeter. Sowas müsste eigentlich auch mit gängigen Isolationsscheiben problemlos auszugleichen gehen. Da ich den Aufbau des Bausteins nicht kenne, kann ich auch nicht beurteilen, ob eine solche Spannungsisolierte Montage zwingend erforderlich ist.
Und um so planer und ebener eine Kühlkörperfläche zum Bauelement ist, desto besser die Wärmeableitung!
Gruß Stefan

Nachtrag #2
Hier noch eine weitere Ergänzung zu meinem Blogeintrag:
Hallo Anton,
dann muss ich meinen Senf auch dazugeben: weshalb meinen alle, schlauer zu
sein als der Hersteller?
0,09 mm ordentliche Wärmeleitpaste (sowas mit Silber drin), wie von
Mitsubishi empfohlen, sind nicht "das Sträflichste, was man machen kann",
sondern führen zu einem funktionierenden Aufbau. Bei mir in mehreren
Exemplaren seit mehr als 10 Jahren.
http://www.df9ic.de/doc/2005/darmstadt_2005/darmstadt05.pdf
Gruss Henning
PS: wenn Du Langeweile hast:
http://www.df9ic.de/doc/2015/weinheim_2015/weinheim_2015_1296MHz_PAs.pdfbzw.
http://www.df9ic.de/doc/2015/weinheim_2015/weinheim_2015_ppt_1296MHz_PAs.pdf